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Zum Thema: Geschwister / Familie



Verkürzte Kindheit

Vom Leben der Geschwister behinderter Menschen

Autorin: Heike Neumann

Buchcover

Königsfurt Verlag, Krummwisch 2001
ISBN 3-933939-32-1

Verlagstext:
Erwachsene Geschwister berichten erstmals nicht nur über das Drama und die Ernsthaftigkeit ihrer Kindheit, sondern auch über das Besondere und Einzigartige - und darüber, was das Aufwachsen mit einem außergewöhnlichen Menschen für ihr Leben bedeutet hat.
Eine Reihe von Filmen hat der Öffentlichkeit in jüngster Zeit diese besondere Geschwisterbeziehung nahezubringen versucht. Der erfolgreichste von ihnen ist der deutsche TV-Vierteiler "Liebe und weitere Katastrophen", für den der mongoloide Darsteller Bobby Brederlow mit dem Bambi ausgezeichnet wurde. Es gibt wenige Bücher über das Leben von Geschwistern behinderter Kinder. Aber bisher keine Darstellung, in der Erwachsene rückblickend von ihrer Kindheit mit einem besonderen Geschwister erzählen.
10 % des Verkaufserlöses gehen vom Verlag als Spende zu gleichen Teilen an Aktion Mensch und Lebenshilfe für geistig Behinderte.



... und um mich kümmert sich keiner!

Die Situation der Geschwister behinderter und chronisch kranker Kinder Mit einem Geleitwort von Waltraud Hackenberg

Autorin: Ilse Achilles

Buch-Cover

Reinhardt-Verlag, München
3., überarb. Auflage 2002. 181 Seiten
ISBN (3-497-01620-9) kt

Verlagstext:
Wenn in einer Familie Kinder mit und ohne Behinderung miteinander aufwachsen, sind nicht nur die Eltern gefordert. Auch die Geschwister sind beteiligt: wenn es darum geht, auf den autistischen Bruder aufzupassen, oder wenn sie zur Therapiestunde der geistig behinderten Schwester mitgenommen werden - vielleicht mehrmals pro Woche. Die Geschwister stellen ihre Wünsche oft zurück, weil das behinderte Kind zuerst versorgt werden soll. Sicherlich nicht immer freiwillig und nicht immer gern. Die Geschwister nehmen Rücksicht, und sie tragen früh einen Teil der Verantwortung für das behinderte Kind.
Die Belastungen für die Geschwister können schwer wiegen, sie können aber auch eine Chance sein. Ilse Achilles beschreibt, wie sich die Geschwister der Kinder mit einer Behinderung entwickeln. Sie erklärt, welche Chancen und Risiken mit der besonderen Familienkonstellation verbunden sind. Und sie zeigt an vielen Beispielen, wie Eltern und soziales Umfeld die Entwicklung der Geschwister unterstützen und Gefährdungen vermeiden oder verringern können. Ein bereicherndes Buch für einen ungezwungenen Umgang mit den Kindern - ob mit oder ohne Behinderung.



...doch Geschwister sein dagegen sehr

Autoren: Marlies Winkelheide / Charlotte Knees

Buchumschlag

Königsfurt Verlag, Krummwisch April 2003
ISBN: 3-89875-067-1

Verlagstext:
Dieses Buch spricht aus, was Kinder und Jugendliche mit einem behinderten Geschwisterkind häufig im Stillen denken. Es lässt sie anhand von authentischen Briefen und Texten zu Wort kommen und rückt ihre Fragestellungen in den Mittelpunkt. Da die Autorinnen seit vielen Jahren Geschwister von Menschen mit Behinderunge betreuen, können sie konkrete und praxisnahe Antworten geben. Außerdem stellen sie die neuesten Forschungsergebnisse dar. So bieten sie einen umfassenden und aktuellen Ratgeber für alle, die Kinder und Jugendliche in dieser besonderen Familienkonstellation liebevoll begleiten und unterstützen möchten.

Rezension 1:
Seitdem wir wussten, dass unser Sohn Lucas, ein Kind mit Behinderung, einen Bruder (und zwischenzeitlich nun auch eine Schwester) haben wird, haben mein Mann und ich über die Möglichkeiten und Probleme in der Erziehung und den Umgang mit dem Thema "Behinderung" für Geschwister nachgedacht. Dementsprechend interessant sind für uns dann Informationen zu diesem Thema.
Das gerade veröffentlichte Buch"... doch Geschwister sein dagegen sehr" haben wir darum sofort gekauft und "verschlungen".
Es geht unter die Haut! Weil hier die Geschwister selbst zu Wort kommen und ihre Gedanken und Gefühle schildern. Kein Patentrezept folgt, sondern die Berichte geben Denkanstöße.
Es ist sehr angenehm, dass die Autorinnen auf Erklärungen und Hinweise so gut wie verzichtet haben und eigentlich nur durch die Handlung führen.
Das Buch begeistert mich, weil es mir noch lange nachgeht. Und weil ich denke, ich als Mutter sollte mein latent vorhandenes schlechtes Gewissen beiseite schieben und abwarten.
Yvonne Scheibe, Berlin

Rezension 2:
Als Bruder einer Frau mit Handicaps war ich neugierig auf das Buch, hatte allerdings erwartet, dass erwachsene und jugendliche Geschwister zu Wort kommen, die rückblickend ihre persönlichen Erlebnisse und Erfahrungen schildern. Im Buch geht es aber mehr um die Situation im familiären Alltag und die schriftlichen oder mündlichen Aussagen von Geschwistern (jüngere Kinder bis Jugendliche bis 15 J.), Eltern, eigene Briefe der Autorin und Aussagen von Dritten, die patchworkmäßig verwendet wurden. Die einzelnen Biografien gehen dadurch unter, was ich etwas schade finde.
Ich war überrascht, wie viele eigene Texte der Autorinnen im Buch zu finden sind. Sie sind aber inhaltlich interessant, z.B. die Fragestellung der Definition von Behinderung und dem schwierigen offenem Umgang - auch innerhalb der Familien - damit. Knees und Winkelheide arbeiten seit mehr als 20 Jahren in der Begleitung von Menschen mit Behinderung und deren Angehörigen, sie sprechen damit aus fundierter Erfahrung. Ein lesenswertes Buch, das allerdings den Anspruch des Titels nicht einlöst. Es ist ein Familienratgeber "Wie gehe ich in der Familie mit dem Thema behindertes Kind um".
Alfred Leuthold, Berlin


Eberhard Grünzinger
Geschwister behinderter Kinder
Besonderheiten, Risiken und Chancen

Broschiert - 87 Seiten - 12,90 Euro
Care-Line, Februar 2006
ISBN: 3937252681

Eberhard Grünzinger leitet als Sozialpädagoge eine Beratungsstelle für Familien mit behinderten Kindern, ist Mitbegründer des "Arbeitskreises Geschwisterkinder" und seit vielen Jahren Leiter und Referent von Seminaren für Kinder mit behinderten Geschwistern und deren Eltern. Aus seiner umfangreichen praktischen Erfahrung heraus ist dieser ansprechende Familienratgeber zum Thema der Geschwisterkinder entstanden.
Nach der Einführung, in der sich der Autor sowohl an Eltern - in blauer Schrift - wie auch an die Geschwisterkinder - in grüner Schrift - wendet, wird zunächst die besondere Beziehung zwischen mit und ohne Behinderung lebenden Geschwistern reflektiert. Dabei differenziert der Autor auch bezüglich der Geschwisterbeziehung bei unterschiedlichen Behinderungen. Im dritten Kapitel wird die auffällige Unauffälligkeit, das Bedürfnis mithelfen und zum Wohle der behinderten Geschwister beitragen zu wollen thematisiert. Anschließend werden die potenziellen Risiken und der Umgang damit ausführlich dargestellt. In weiteren Kapiteln schließen sich Überlegungen zu den Chancen für Geschwisterkinder sowie von Pädagogen und Geschwistern entwickelte Strategien für Eltern an. Das Buch schließt mit der Thematisierung verschiedenster Hilfen.
Ein Lesebuch und Ratgeber für die ganze Familie, der mit seiner klaren Struktur sowie eingängigen und verständlichen Sprache viele Informationen und Hilfen prägnant und eloquent anbietet. Am ehesten dürften diese Ratschläge für Kinder und Jugendliche im Alter von 10 - 15 Jahren geeignet sein.

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