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Literarisches



Verrückt nach Paris

Das Buch - eine Handbreit neben der Filmspur

Hrsg.v. Eike Besuden, mit Fotografien von Olaf Schlote

Buchumschlag

Atlantik-Verlag, Bremen 2003
ISBN 3-926529-58-X

Verlagstext:
Der Film "Verrückt nach Paris" von Eike Besuden und Pago Balke war ein Geheimtipp auf der Berlinale 2002. Weil er mit dem vermeintlichen Randthema "Behinderung" so wunderbar leichthändig umgeht und es in die Mitte unserer Aufmerksamkeit rückt. Weil er uns mitnimmt auf eine Reise voller Überraschungen und Entdeckungen. Am Ende ist nichts mehr wie es war.
Das Buch folgt seiner eigenen Spur, es erzählt von der Entstehung dieses einzigartigen Filmprojekts. Es berichtet vom Blaumeier-Atelier, dem Anti-Psychiatrie-Projekt, in dessen Theaterarbeit sich die HauptdarstellerInnen Paula Kleine, Wolfgang Göttsch und Frank Grabski zu herausragenden Charakteren formten.
Die faszinierenden Fotografien von Olaf Schlote halten die Momente der Konzentration und Lebenslust fest, die auf der Leinwand viel zu schnell vorbei sind. Es sind Bilder, die Film und Alltag mühelos ineinander übergehen lassen. Sie laden ein zum Innehalten und zeigen, dass "jeder Mensch ein Kunstwerk ist, unverwechselbar und einzigartig in seiner Würde".

Rezension:
Diesen vieldeutigen treffenden Titel hat ein Film, der bei der Berlinale 2002 Furore machte und vor einem Jahr in den Kinos lief. Und nun gibt es ein etwas anderes Buch zu diesem etwas anderem Film.
Ein faszinierendes Buch, leicht zu lesen und mit vielen großformatigen Fotos bebildert, die nicht nur Szenen beim Dreh zeigen, sondern auch vom Ausgangspunkt des Filmes, dem bekannten Blaumeier-Atelier in Bremen. Ich bin jetzt versucht, mehr dazu zu sagen, aber das steht ja alles im Buch. Der Hauptteil besteht aus einem dokumentarischen Bericht über die Entstehung und Produktion des Filmes und liest sich spannend wie ein Krimi. Das Buch macht Mut, neue Dinge zu wagen, die unter ‚normalen' Gesichtspunkten undenkbar sind. Zwei Regisseure ohne Spielfilmerfahrung drehen einen Film ohne Geld mit bekannten Schauspielern in Nebenrollen und drei Hauptdarstellern, die bisher Theater gespielt haben und landläufig als geistig und körperlich behinderte Menschen bezeichnet werden: ein Wagnis, das letztendlich zum Erfolg führt. Eigentlich geht es im Film und im Buch um die Individualität der Menschen, ihre Einzigartigkeit und das soziale Miteinander. Projekte dieser Art müsste es mehr geben.
Ergänzend finden sich Texte der drei Hauptdarsteller, "Was macht Blaumeier zu Blaumeier?" und das Drehbuch. Ich selbst habe den Film übrigens bisher nicht gesehen, werde dies aber bei nächster Gelegenheit nachholen.
Also klares Votum von mir: Lektüre und Verschenken empfohlen.
Alfred Leuthold, Berlin


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