Historisch: "Euthanasie"



Die Verbrechen in der NS-Zeit

Aktion T4

Die Euthanasiemorde in der NS-Zeit oder Aktion T4 ist eine nach dem Zweiten Weltkrieg gebräuchlich gewordene Bezeichnung für die systematische Ermordung von mehr als 70.000 Psychiatrie-Patienten und behinderten Menschen durch SS-Ärzte und -Pflegekräfte von 1940 bis 1941. T4 steht für Tiergartenstr. 4 in Berlin, der Adresse der NS-Zentrale, in der dies alles geplant und organisiert wurde. Neben rassenhygienischen Vorstellungen der Eugenik sind kriegswirtschaftliche Erwägungen zur Begründung herangezogen worden. Gleichzeitig mit ersten kirchlichen Protesten wurden die Tötungen nach erfolgter „Leerung“ vieler Krankenabteilungen nicht mehr zentral, sondern ab 1942 dezentral, weniger offensichtlich fortgesetzt.
Insgesamt fielen der so genannten Euthanasie-Aktion der Nationalsozialisten während des Zweiten Weltkrieges etwa 200.000 psychisch Kranke und Menschen mit Behinderung zum Opfer. Viele Patienten starben durch Hunger und schlechte Versorgung oder wurden mit Medikamenten ermordet.

Graue Busse

Der von T4 organisierte Transport der Menschen zwischen den verschiedenen Anstalten und dann in die Tötungsanstalten wurde zu einem großen Teil in grauen Bussen, meist mit undurchischtigen Fenstern, durchgeführt.


Mahnmale und Gedenkstätten

An den Orten der früheren Anstalten stehen Mahnmale und
an den historischen Orten von fünf der ehemaligen Gasmordanstalten befinden sich Gedenkstätten, die zum Teil seit vielen Jahren über das historische Geschehen informieren, die Bedeutung des Umgangs mit Behinderung und Krankheit für die Gegenwart und die Zukunft zu thematisieren. Z. B. in Bernburg, Sachsen-Anhalt: Flyer der Gedenkstätte zum Download (604 kB).

In Berlin am Ort des (im 2. Weltkrieg zerbombten) Hauses Tiergartenstraße 4 = heutiger Vorplatz der Philharmonie steht ein vorläufiges Mahnmal.
Ein "Runder Tisch" bei der Stiftung Topographie des Terrors setzt sich ein für eine Neugestaltung der von vielen als unbefriedigend empfundenen Gedenksituation am historischen Ort.


Virtuelles Mahnmal

gedenkort-T4.eu wird ein interaktives Mahnmal und möchte die europäische Bürgerschaft im Internet erreichen - unabhängig von Ort und Zeit, von Alter, Herkunft, Bildung und geistiger Leistungsfähigkeit. Durch die Reduktion von Sprach- und Komplexitätsbarrieren (u.a. durch ein Angebot in leichter Sprache in Deutsch) wird ein bürgernahes Angebot geschaffen, um zu diskutieren, zu reflektieren, sich zu vernetzen und gemeinsam zu gedenken. Die Website wird zudem mehrsprachig erstellt und bleibt offen für neue Inhalte, auch aus weiteren EU-Ländern.
Die Arbeitsgemeinschaft gedenkort-T4.eu besteht aus dem PARITÄTISCHEN Wohlfahrtsverband Berlin, der Spendenberatung SCHENcK, der Firma Elementarfilm und dem Mitarbeiter des Institutes für Geschichte der HU Berlin, Robert Parzer sowie der österreichische Partner atempo und der polnische Partner Dialog.
www.gedenkort-t4.eu


Weiterführende Links

http://www.gedenkort-t4.eu/

http://de.wikipedia.org/wiki/Aktion_T4

http://www.dasdenkmaldergrauenbusse.de/

http://www.spurensicherung.info/

http://www.gedenkstaette-grafeneck.de/

http://www.euthanasie-gedenken.de/ (private Website, sehr informativ, mit vielen weiteren Links)

http://www.gedenkstaettesteinhof.at/

www.bundesarchiv.de/geschichte_euthanasie/  (Inventar der Quellen zur Geschichte der 'Euthanasie'-Verbrechen 1939-1945)

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