mittelpunkt-Lesung 12. Juni 2009 in Mannheim



Svea Hackert

Svea Hackert ist 38 Jahre alt und lebt in Gerabronn in den sozialtherapeutischen Gemeinschaften Weckelweiler. Dies liegt im Nordosten von Baden-Württemberg.

Sie arbeitet als Kupferschmiedin in der Glockenwerkstatt, wo sie auch filzt.
Sie hat einen Freund.
Ihre Hobbies: Reiten, Schauspiel und Chorsingen. Lesen und klassische Musik.
Sie schreibt seit über 20 Jahren Urlaubstagebücher.



„Meine Kunst- und Studienreise nach Chartres mit Christophe Rogez im Februar 2009"

Ich reise alleine nach Stuttgart. Am Morgen bin ich ganz aufgeregt.
Doch Suse vom Hof Rengold aus Überlingen, die ich kaum kenne, steht am Bahnsteig. Vor Freude habe ich geweint.

Gemeinsam reisen wir mit dem Auto nach Frankreich.
Von weitem begrüßt uns die Kathedrale.
In einem ehemaligen Kloster schlafen wir.
Von unserem Fenster aus blicken wir auf den Ort Chartres und in die Ferne.

Suse und ich holen Mama vom Flugplatz in Paris ab und bummeln durch das Künstlerviertel und steigen die vielen Stufen zur Kirche hinauf.
Die Zuckerbäckerkirche ist eines der Wahrzeichen von Paris.

Abends lernen wir die anderen Reiseteilnehmer kennen.
Gilbert aus Australien, Lehrer
Johann aus Belgien, Tanzlehrer
Gisela aus Freiburg
Lutgarde aus Belgien
Christophe, unser Kunstlehrer, der deutsch spricht.

In die Krypta sind wir schweigend hintereinander geschritten –völlig im Dunkeln.
Wir haben mit unseren Stimmen zum Tönen gebracht und an einer anderen Stelle
„Dona nobis parcem“ gesungen.

Am Nachmittag haben wir den Ort Chartres rund um die Kathedrale uns angeschaut.
Es hat ununterbrochen geschneit.
Durchgefroren, bei Kakao und Cappuccino wärmten wir uns im gemütlichen Café auf.

Wo das Dach ein Kreuz bildet, steht ein Engel.
An der Ecke vom Südportal ein Engel mit Sonnenuhr.

Christophe schreibt im Prospekt:
Chartres ist die Königin der Kathedralen.

Vor dem Frühstück waren wir in der Kathedrale
und erlebten das Morgenlicht durch die Glasfenster.

Fast jeden Tag macht Christophe Bodnar-Gymnastik mit uns, so auch heute.
Wir übten auch den Pilgerschritt.

Und übten, wie wir durch das Labyrinth laufen werden.

Abends, als alle Besucher draußen waren, bleiben wir in der spärlich erleuchteten Kathedrale.
Wir mussten alle Stuhlreihen, die über dem Labyrinth standen, beiseite räumen.
Dann ging es runter in die Krypta.
Es war dunkel, jeder erhielt eine Kerze.
Singend schritten wir durch alle Gänge.
Die Gruppe und der Gesang trug mich ohne Furcht durch die Dunkelheit.
Wir gingen weiter zum Labyrinth.
Mit Abständen ging jeder mit dem Pilgerschritt die Wege durch das Labyrinth.
Im Zentrum angelangt, hielt ich inne und schritt auf den Altar zu.
Für mich war es ein schönes Erlebnis.

Mein Brief an Christophe
Sehr vielen Dank für die schöne Zeit mit dir. Leider konnte ich in der Gruppe nichts berichten. Sie wollten es nicht.
Aber auf der Arbeit habe ich sehr viel berichtet.
Ich habe einige Sachen kennen gelernt, die ich noch nie gesehen habe.
Es war für mich ein schöner Urlaub mit dir.
Schön, dich kennen zu lernen.
Gruß Svea

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